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Die Geschichte des Mastiffs und seine Rassenstandards
Die Rassenstandards wurden vom Dansk Mastiff klub verfasst und anschließend übersetzt:

Das „Wesen“ des Mastiffs:
Der Mastiff ist ein aufmerksamer und neugieriger Hund. Er überreagiert nur äußerst selten und agiert ruhig und abwartend in neuen Situationen, während er gleichzeitig sein Verhalten berechnet und abwägt. Es benötigt schon einiges, um diesen großen Hund aus der Ruhe zu bringen. Das Stirnrunzeln des Mastiffs ist ein Abbild seines Charakters.
Der Mastiff ist kein besonders ausdauernder Hund. Er kann jedoch –falls es notwendig sein sollte- für eine kurze Zeit eine erstaunliche Kraft entwickeln. Gleichermaßen ist der Mastiff jedoch ein sehr gutmütiger Hund – Aggression ist ihm fremd. Wenn Sie diese Fakten betrachten, werden Sie feststellen, dass der Mastiff ein idealer Familienhund ist mit dem es nur selten Ärger gibt.

Das Aussehen des Mastiffs und seine Physis
Der Mastiff sollte so groß wie möglich sein. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die Knochenstruktur und die Körpermasse gut ausbalanciert sind. Daher ist ein etwas kleinerer, aber schwerer Hund, einem großen, leichten Hund vorzuziehen. Das Wort Mastiff ist schließlich verwandt mit den Worten massig (engl. massive) und mächtig (engl. mighty).
Der geschlechtsspezifische Größenunterschied ist relativ hoch. Ein kleines Weibchen erreicht etwa ein Schultermaß von 68 cm und wiegt um die 60 kg, ohne als zu klein zu gelten. Ein großes Männchen kann hingegen problemlos ein Schultermaß von mehr als 85 cm erreichen und über 100 kg wiegen. Mit etwa 3-4 Jahren ist der Mastiff ausgewachsen.
Der Mastiff sollte eine klar abgegrenzte rein schwarze Maske und schwarze Ohren haben. Das Fell kann drei Farben haben: Beige, Apricot und gescheckt.

Rassestandards des Mastiffs
Herkunftsland: Großbritannien

Allgemeiner Eindruck: Die Form des Kopfes erscheint- grob gesehen – von allen Seiten betrachtet quadratisch. Eine höhere Breite ist wünschenswert; im Verhältnis zur Länge des Kopfes sollte sie 2 zu 3 betragen. Der Körper ist massig, breit und sowohl in der Länge wie auch in der Breite kräftig gebaut. Er ruht auf weit auseinander stehenden, am Äußeren des Körpers angesetzten Läufen.
Die Muskeln sind klar herausgearbeitet. Eine beachtliche Größe ist wünschenswert, wenn sie im Verhältnis zum Körperbau steht und qualitativ untermauert wird.
Größe und Masse sind wichtige Eigenschaften, sie müssen jedoch von den Proportionen miteinander harmonieren.

Merkmale: Groß, massig, kraftvoll und harmonisch mit kompaktem und straffem Körperbau. Eine Kombination aus majästetischer Erhabenheit und königlichem Mut.

Temperament: Ruhig, seinem Herrchen treu ergeben und dennoch ein fähiger Wach- und Schutzhund.

Kopf: Ein breiter Schädel und eine flache Stirn, die jedoch in Falten gezogen wird, wenn der Hund aufmerksam ist. Der Augenbrauen-Bogen ist leicht angehoben. Die Schläfen- und Backenmuskulatur ist gut entwickelt.
Der Bogen quer über den Schädel zeigt eine abgeflachte Rundung mit einer zwischen den Augen liegenden und bis zur halben Sagitalnaht hinausreichende Furche. Der Fang ist kurz, breit unter den Augen und gleich bleibend bis zur Nase. Er scheint streng, bzw. stumpf geschnitten, endet abrupt und wirkt (im Zusammenspiel mit dem Nasenrücken) quadratisch.
Eine enorme Tiefe von der Nase bis zum Unterkiefer ist von großer Wichtigkeit. Der Kiefer ist breit bis zum Ende. Frontal betrachtet ist die Nase breit mit weit geöffneten Nasenlöchern. Von der Seite gesehen ist die Nase flach (nicht spitz oder nach oben gerichtet).
Die Lefzen gehen in einem stumpfen Winkel von der Mitte der Nasenscheidewand aus. Sie sind leicht hängend und bilden ein quadratisches Profil. Die Länge des Fangs beträgt 1:3 in Proportion zur Gesamtlänge des Kopfes. Der Fangumfang (gemessen zwischen den Augen und der Nase) ist proportional zum Gesamtumfang des Kopfes (gemessen in Höhe der Ohren) und beträgt 3:5.

Augen: Klein und so weit voneinander entfernt, dass der Abstand mindestens der Größe von zwei Augen entspricht. Die Fläche zwischen den Augen ist klar markiert. Die Augenfarbe ist braun – je dunkler desto besser. Die Nickhaut sollte nicht erkennbar sein.

Ohren: Sie sind klein und dünn und liegen weit auseinander am höchsten Punkt der Schädelseiten, so dass sie eine Verlängerung der obersten Schädelpartie bilden. Im Ruhezustand liegen sie flach an den Wangen des Hundes an.

Kiefer: Die Eckzähne sind gesund und kräftig und weit auseinander stehend. Die Vorderzähne treffen beim Beißen perfekt aufeinander  oder die unteren Zähne stehen etwas hervor, jedoch niemals so weit, dass sie bei geschlossenem Maul sichtbar wären.

Nacken: Etwas gebogen, von moderater Länge und sehr kräftig. Der Umfang ist in etwa 2,5 bis 5 cm geringer als der Kopfumfang in Höhe der Ohren.

Vorderer Körperbau: Die Schultern und die Oberschenkel der Vorderbeine sind leicht schräg positioniert, kräftig und muskulös. Die Vorderbeine im Ganzen sind gerade, kräftig und weit auseinander stehend mit schweren Knochen. Die Knie sind breit gesetzt und der Mittelfuß ist gerade.

Körper: Die Brust ist breit und tief und zieht sich bis zwischen die Vorderläufe. Die Rippen sind gebogen und gut gerundet; die hinteren Rippen sind tief und gut in Richtung der Hüften gelagert. Der Brustumfang ist etwa 1/3 größer als die Schulterhöhe. Der Rücken und die Lenden sind breit und muskulös. Die Lenden sind flach und sehr weit bei den Weibchen und leicht gewölbt bei den Rüden. Die Flanken sind sehr tief.

Hinterer Körperbau: Breit, mit kräftigen, muskulären Hüften und gut entwickelten Schenkeln. Diese sind gewinkelt und beidseitig breit gestellt. Eine gute Breite ist sowohl im Stand, wie auch in der Laufbewegung erkennbar.

Pfoten: Groß und rund mit nach oben gerichteten Zehen. Die Krallen sind schwarz.

Rute: Hoch angesetzt, bis zu den Sprunggelenken reichend oder ein bisschen länger. Sie ist breit im Ansatz und zum Ende hin spitz zulaufend. In der Ruhestellung hängt sie gerade herunter. Bei Erregung hingegen bildet sie einen Bogen mit nach oben gerichteter Spitze, wobei die Rute allerdings nicht über die Rückenhöhe ragen darf.

Bewegung: Kraftvolle, fließende und raumgreifende Bewegungen.

Fell: Kurz und dicht anliegend, aber nicht zu fein an Schultern, Nacken und Rücken.

Farben: Apricot, Silber-Braun, Beige oder gescheckt. Unabhängig von der Farbe sollten die Nase, Ohren und Fang schwarz sein. Die Augen sollten ebenfalls schwarz umrandet sein und das Schwarz sollte sich zwischen den Augen nach oben ausbreiten.

Mängel: Jede Abweichung von den beschriebenen Kriterien muss als Mangel angesehen werden, der proportional zum Ausmaß der Abweichung gewichtet werden sollte.

Anmerkung: Rüden müssen zwei normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

 
Die Geschichte des Mastiffs:

Der Mastiff ist eine sehr alte Hunderasse, deren Ursprünge in England liegen.  Es wird angenommen, dass die Phönizier den Vorfahren des Mastiffs nach England brachten, als sie dort Zinn erwarben. Als die Römer England eroberten fanden sie dort Mastiff-ähnliche Hunde vor, die sie in den Arenen Roms einsetzten, um dort - nach einem klar definierten Kräfteverhältnis - zum Kampf anzutreten: Vier Mastiffs gegen einen Löwen, drei gegen einen Bären, zwei gegen einen Gladiator.
Der Mastiff war im Mittelalter weit verbreitet. In der Regierungszeit von Edward III. (ab dem Jahr 1327) wurde ein Gesetz erlassen, dass jedes Dorf verpflichtete eine bestimmte Anzahl von Mastiffs als Wachhunde zu besitzen. Während des Tages wurden die Hunde im Haus bei den Frauen und Kindern gehalten. Während der Nacht wurden sie jedoch hinausgelassen, um jeden zu attackieren, der sich der Stadt bedrohlich näherte.
Als 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, wurden einige Mastiffs in die USA geschickt, während andere im Verlauf des Krieges notgeschlachtet wurden, da sie nicht ernährt werden konnten. Nach dem Krieg gab es in ganz England nur noch sieben Zuchthunde. Aus diesen sieben Hunden – und einigen importierten Hunden aus den USA und Kanada – konnte bis 1950 ein Stamm von etwa 50 Hunden herangezüchtet werden. Seit dem ging es stetig aufwärts und 1980 waren 316 Mastiffs in England registriert.

Kennel Milumas empfiehlt das folgende Buch über Mastiffs:
"The Complete Mastiff"
By David Baxter

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